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Ein Stück Elberfelder Geschichte kehrt heim
ARMENPFLEGE-DENKMAL Die originalgetreue Bronzestatue ist fertig - am 18. Juni wird sie auf dem Kirchplatz enthüllt.
Von Bernd Schwickenth
Die Idee kam ganz spontan "Wir waren so beflügelt vom Erfolg des Elberfelder Ritters. Da dachten wir uns, wir können doch gleich das nächste
Projekt angehen", sagt Hans Joachim Camphausen - und blickt zufrieden auf das Ergebnis dieser Überlegungen: das Armenpflege-Denkmal,
das in neun Tagen zurück in Elberfeld sein soll.
Dann haben die 68 Jahre ein Ende, in der das 1903 aufgestellte und 1943 während des Zweiten Weltkrieges eingeschmolzene Denkmal nicht mehr auf seinem imposanten
Granitsockel vor der Alten Reformierten Kirche stand.
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[Quelle: WZ 09.06.2011]
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Kette von Ereignissen
VON ROLAND MAYER
Neu-UIm Die Skulpturenlandschaft dies- und jenseits der Donau ist wie eine "Kette von Ereignissen" - sie wächst und wächst. Gestern wurde beim Neu-Ulmer Venet-Haus eine
Großplastik des britischen Bildhauers Tony Cragg aufgestellt. Sie soll den Leuchtturm zu einem Skulpturenpark bilden, den Werner Schneider vom Büro Schneider Geiwitz &
Partner hinter der für hochkarätige Kunstausstellungen bekannten Caponniere errichten will.
"Sie hat noch nicht genügend Wetter abbekommen"
Kunstmäzen Werner Schneider zur neuen Cragg-Skulptur
Mit kunstwissenschaftlicher Betreuung, Architekt und schwerem Baugerät wurde gestern Vormittag die 7,5 Meter hohe und sechs Tonnen schwere Bronze-Skulptur aufs
südliche Areal hinters renovierte, zur ehemaligen Bundesfestung Ulm gehörende Caponniere=Vorwerk verfrachtet und dort aufgerichtet. Sie steht auf dreieinhalb Meter hohem
Betonsockel und windet sich mit Rundungen organisch in die Lüfte. Gegossen wurde das Kunstwerk beim Düsseldorfer Kunstgießer Rolf Kayser, der exklusiv auch
für den Biennale-Venedig-Künstler Thornas Schütte arbeitet.
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[Quelle: Neu-Ulmer Zeitung 26.05.2011]
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Ritter Arnold ist heimgekehrt
REKONSTRUKTION 67 Jahre
nach der Zerstörung
im Krieg steht das
Standbild wieder am
Elberfelder Rathaus
Von Florian Ballin
Mit Tüchern verdeckt steht er auf
dem Neumarkt, bereit für den
letzten Teil seiner Reise - Ritter
Arnold ist zurück. Ganze 67 Jahre war Elberfelds sagenhafter Gründer
nicht an seinem angestammten
Platz am heutigen Verwaltungshaus
zu sehen. Doch in der Nacht zu gestern wurde der Ritter
hoch zu Ross wieder auf sein Podest
über dem Haupteingang gehoben
- ein Kraftakt, für den der
Neumarkt drei Stunden lang gesperrt
werden musste - von
0.30 bis 3.30 Uhr.
Tieflader, Kranwagen sowie
20 Mann sind nötig, um den Ritter
nach Hause zu bringen -
schließlich ist der erneuerte Arnold
drei Meter hoch, wiegt
1,5 Tonnen und soll in sieben
Metern über dem Markt thronen.
Auf dem Platz ist es kalt und dunkel,
als Arnold eintrifft, nur wenige
Schaulustige haben sich mitten
in der Nacht dorthin verirrt. Lediglich
das Podest am Verwaltungshaus
ist von Scheinwerfern
angestrahlt. Dort stand der Ritter,
als er 1943 den Bomben des Krieges
zum Opfer fiel.
"Er hat einfach gefehlt."-
Hans-Joachim Camphausen
über Ritter Amold.
Viele Wuppertaler vermissten die
Bronzestatue. So auch Hans-Joachim
Camphausen. Er ist der Initiator
dieses Projekts. ,,Ich bin ein
alter Elberfelder Bürger. Ich
kannte das Rathaus noch mit
dem Ritter Arnold. Er hat einfach
gefehlt", sagt er. Deshalb beschloss
er, die Figur zurückzubringen
- vor allem wegen dessen
Bedeutung. Nach einer alten Legende
gilt Ritter Arnold als Symbol für Treue (siehe Kasten) - im
speziellen Fall zwischen dem Rat
der Stadt und den Bürgern sowie
umgekehrt.
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[Quelle: WZ 27. Mai 2010]
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Große Kunst aus einem Guss
WERKSTATT Im
Medienhafen lassen
die Stars der Kunst
ihre Werke in der
Kunstgießerei Kayser
fertigen. Die WZ sah
sich dort um.
Von Helga Meister (Text) und Bernd Nanninga (Fotos)
Seit der Ziseleurmeister Rolf Kayser
1999 die Gießerei Raimund
Kittl auf der Landzunge im Hafenbecken
übernahm, erlebte die
Firma einen kometenhaften Aufstieg.
Eine Halle nach der anderen
wurde dazu gekauft. 28 fest angestellte
Mitarbeiter hat der Betrieb
heute. Was er herstellt, ist Kunst
von unschätzbarem Wert. In seinen
Hallen wird nach den Modellen
von Weltstars sandgeformt,
gegossen, patiniert und ziseliert.
Ein Besuch in der Kunstgießerei
Kayser.
Der 50-jährrige Fachmann
muss auf Künstler wie ein Rattenfänger
von Hameln wirken. Es gelingt
ihm, einen Bildhauer der
Spitzenklasse nach dem anderen
an seine Firma zu finden. Wie ein
,,Who is Who" der Kunstszene
kling die Liste derer, die ihre
Modelle in Bronze, Aluminium,
Edelstahl oder Stahl gießen lassen.
Tony Craggs acht Meter
hohe ,,Kettenreaktion", die derzeit
vor dem Malkasten steht,
kommt ebenso von dort wie die
grandiosen Eisenfrauen des Thomas
Schütte.
Die Stars der Kunstszene arbeiten
direkt in den Werkshallen
Rund 30
Skulpturen werden jährlich an der
Bremer Straße produziert Ariane von
Mauerstetten, eine Newcomerin
unter den
Künstlerinnen, lässt gleich
17 Skulpturen dort herstellen.
Thomas Schütte, Gewinner des
Goldenen Löwen auf der Biennale
in Venedig, gibt nicht nur seine
Kunst in Auftrag, sondern hat bei
Kayser auch einen eigenen Werkraum.
Katharina Fritsch, die im
Sommer eine Professur an der
Kunstakademie übernimmt, lässt
ebenso dort gießen wie der
Kunstprofessor Bogomir Ecker,
Paloma Varga Weisz, Johannes
Brus, Stefan Sous oder Hede
Bühl. Das größte Werk allerdings,
das seit eineinhalb Jahren gleich
mehrere Fachleute beschäftigt, ist
eine Figurengruppe für das Elberfelder Rathaus in Wuppertal. Es präsentiert den,,Elberfelder Ritter" Arnold mit Schild und
Schwert. der auf einem Pferd reitet und von seinem getreuen
Knappen zu Fuß begleitet wird.
Die kolossale Gruppe, zu der
auch noch die Symbolfiguren der
Wahrheit und Gerechtigkeit gehören,
muss bis zum Mai dieses
Jahres fertiggestellt sein. Dann
feiert Elberfeld Geburtstag. Der
Stadtteil blickt auf 400 Jahre
Stadtrechte zurück.
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[Quelle: WZ 15. März 2010]
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Mit besten Güssen aus dem Hafen
Kunstgießer Rolf Kayser bringt die gigantischen Skulpturen international gefeierter Bildhauer in die endgültige Form
Anna Lewy
Wenn er in Fahrt kommt, muss
die dunkelblaue Pudelmütze
dran glauben: Er schubst sie
auf den Hinterkopf, zerrt sie
zurück tief in die Stirn, um den
Sitz gleich wieder zu korrigieren.
Schon recht, Herr Kayser, bei dem, was Sie tun, fasst sich
manch' anderer ebenfalls an
den Kopf. Rolf Kayser (49) ist
der Mann, der Kunst - gigantische
Kunstwerke - auf ihre
schweren Beine stellt. Für
Akademiechef Anthony Cragg
formt er die verrückten Edelstahlskulpturen,
für Thomas
Schütte erweckt er Große
Geister und andere Kolosse
zum Leben, für den verstorbenen
Michael Irmer gibt er im
Nachlass den zerbrechlichen
Stabmenschen ewigen Halt.
Katharina Fritsch vertraut ihre
riesigen Monochrome seinen
Händen an... Der Ziseleur-Meister bringt sie alle und
noch viel mehr in Form. Sozusagen:
Mit den besten Güssen
aus dem Hafen.
Der Schmelzofen
bullert bei 1300 Grad
Die Begeisterung des Kunstgießer-Meisters springt sofort
über, wie die Funken im 1300 Grad heißen Schmelzofen
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[Quelle: NRZ Weihnachten 2009]
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Elberfeld feiert 400. Geburtstag
Im nächsten Jahr feiert der Wuppertaler Stadtteil Elberfeld Geburtstag. Vor 400 Jahren wurden "Elbenfeld", wie der Stadt aufgrund einer Sage zunächst hieß, die Stadtrechte verliehen. Vom 23. bis zum 25. Juli des kommenden Jahres sollen die Wuppertaler ihren ältesten Stadtteil deshalb feiern. Da die Stadt aufgrund ihrer prekären Finanzlage die Feier nicht selbst ausrichten darf, übernehmen die Elberfelder Interessengemeinschaften die Vorkehrungen. Das Fest wird anstelle des sonst jährlichen "Elberfelder Cocktails" stattfinden. Einziger von der Stadt geplanter.....
[Quelle: WZ Rheinische Post 07.09.2009]
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Der Mönch von Unterrath bekommt neue Füße
Von K. DERSTROFF
Düsseldorf - 15 Jahre trotzte
er Wind und Wetter. Der
bronzene Kartäusermönch
in Unterrath. Doch plötzlich
wackelte die zehn Zentner
schwere Statue, drohte aus der Verankerung zu
brechen!
Jetzt die Generalüberholung!
In der Kunstgießerei
Kayser im Hafen wird die
2,20 Meter hohe Figur fit gemacht.
Chef Rolf Kayser
(46): ,,An der Statue muss
immer wieder geruckelt
worden sein. So löste sich
der Beton im Fundament."
Damit der Mönch in
Zukunft 100 Prozent sicher
steht, bekommt , er ein neues Fundament
mit vier Ankern.
Der Mönch
bekommt außerdem noch ein paar kleine Schönheits-Operationen
im Gesicht und an der
Kutte verpasst. Kayser: ,,Das
dauert sechs Wochen."
Der Bürgerverein Unterrath
hatte für die Aufstellung
des Denkmals 90000
Mark gestiftet. Vorsitzende
Eriko Prill (77): ,,Ein Danke
an die Mönche, die der Bevölkerung
immer geholfen
haben."
1869 wurde die Kartause
Maria Hain gegründet. Wegen
der Flughafen-Erweiterung
wurde das Kartäuser-Kloster 1964 abgerissen.
Die Klosterbrüder zogen ins Stammhaus
nach Bad
Wurzbach.
[Quelle: Express 18.04.2008]
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Mäzen sammelte
270.000 Euro
für Kunstwerk
Von Jörg MEINHOLD
Wuppertal - Nach 67 Jahren wird
der,,Ritter von Elberfeld" nochmal
reilen! Ab dem nächsten Jahr soll er wieder vom Rasthaus auf den Neumarkt blicken.
270000 Euro hat der Wuppertaler
Kaufmann Hans-Joachim
Camphausen (81) in einem halben Jahr gesammelt, um die 1943
beim Rathausbrand zerstörten
Bronzefigur nachfertigen zu lassen.
Camphausen: ,,Beim Rathausbau
waren
es Bürger,
die beispielsweise
große
Glasfenster
oder die
Holzvertäfelung
des
Ratssales
stifteten. Warum
ging das
nicht nach
1945, habe
ich mich gefragt - und noch Spendern gesucht." Nach
mühevoller Recherche erhielt
Camphausen auch noch ein detailliertes
Foto, nach dem die Düsseldorfer Kunstgießerei Kayser
jetzt den zwei Tonnen schweren
,,Ritter" fertigt.
Am 10. August 2010 - wenn Elberfeld
400 Jahre Stadtrechte feiert
- soll Ritter Arnold wieder seinen
Platz. eingenommen haben. Danach werden auch die beiden
Figuren ,,Wahrheit" und ,,Gerechtigkeit"
am Treppenaufgang rekonstruiert.
[Quelle: Rheinische Post 18.04.2008]
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Ritter Arnolds Ross ist schon fast fertig
SKULPTUREN Eine Düsseldorfer Gießerei arbeitet
an drei historischen Figuren für die Fassade
des Elberfelder Verwaltungshauses.
von Annika Schneider
Strahlend weiß leuchtet das Pferd
im Scheinwerferlicht: Ein Vorderhuf
ist wild erhoben, von den
Hufnägeln über die einzelnen
Adern ist jedes Detail deutlich zu
erkennen. Als könnte es jeden
Moment davon galoppieren - das
Modell aus Gips und Styropor
sieht lebensecht aus.
Der stolze Besitzer heißt Ritter
Arnold und gilt als Stadtgründer
Elberfelds. Seit 1901 zierte er mit
seinem Ross und seinem Knappen
die Fassade des ehemaligen
Elberfelder Rathauses (heute Verwaltungsgebäude) am Neumarkt
- bis die Skulpturen im Zweiten
Weltkrieg zerstört wurden. Auch
zwei weibliche Figuren, die ursprünglich
den Haupteingang
einrahmten, nämlich die Wahrheit
und die Gerechtigkeit, wurden
vernichtet.
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[Quelle: Rheinische Post 18.04.2008]
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Ritter Arnold kehrt Zurück
ELBERFELD Sponsoren
haben dafür gesorgt,
dass die Figur wieder
am Rathaus Elberfeld
angebracht wird.
Von Manfred Görgens
Ein paar Kaiser habe es an der
Rathausfassade auch mal gegeben,
aber auf die lege man gar keinen
großen Wert. Hans-Uwe
Flunkert vom Gebäudemanagement
der Stadt hat seine Favoriten schon eingekreist. Treue, Wahrheit und Gerechtigkeit, drei
allegorische Figuren, die Heinrich
Günther-Gera 1901 für das
Elberfelder Rathaus fertigte. Für
die eine Figur in Gestalt des Ritters Arnold von Elberfeld hat
Hans-Joachirn Camphausen mit
viel Bürgerengagement gekämpft .
Wahrheit und Gerechtigkeit
für 80 000 Euro
Nachdem die Arbeiten - ursprünglich
in Kupfer getrieben -
während des Krieges zerstört
worden waren, bemühte sich
Camphausen in den vergangenen
Monaten um Sponsoren, die mit
vereinten Kräften das Geld für
Arnolds Nachbildung aufbringen
sollten. Mittlerweile ist der erforderliche
Betrag gesichert, steht
gar schon genug Geld zur Verfügung um den Ritter im Jahre 2010 auf seinen angestammten Platz in der Rathausnische zu installieren und dort zu beleuchten.
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[Quelle: WZ 04. Oktober 2008]
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Kunsthaus mit Köpfchen
Der Galerist und Kunsthändler Ralph Kleinsimlinghaus hat an seiner denkmalgeschützten Villa Goecke fünf Köpfe angebracht. Die Plastiken der Künstlerin Ariane von Mauerstetten erinnern an Wasserspeier.
VON HANS DIETER PESCHKEN
Hängt an der Wand und sieht aus
wie Fünf Köpfe? Es sind ,,Fünf Köpfe."
Galerist und Kunsthändler
Ralph Kleinsimlinghaus ließ sie an
der Fassade seiner Villa Goecke an
der Tiergartenstraße anbringen. Sie
sind von der 1969 in Innsbruck geborenen Bildhauerin Ariane von
Mauerstetten, die seit acht Jahren
in Düsseldorf lebt und arbeitet.
Zuerst hat die Künstlerin eine
Gipsform erstellt, mit Hanf, Kleber
und Binder eine Haut geschaffen,
die später als Grundlage i im Wachsausschmelzverfahren für den Bronzeguss diente. Der wurde in der
Düsseldorfer Werkstatt von Rolf
Kayser ausgeführt dessen Vorfahren
bereits mit der Zinngießerei,
eben dem jugendstiligen und in
Krefeld wohlbekannten Kayserzinn,
berühmt wurden.
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[Quelle: Rheinische Post 27.12.2008]
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Holzer Bronzekunst: Montage wie beim Puzzle
VON KARIN VERHOEVEN
Korschenbroich (RP) HOLZ: Bis zu den Festivitäten im Mai wird das etwa 32 Meter lange
Bronzekunstwerk im Mittelpunkt von Neu-Holz wahrscheinlich nicht fertig montiert sein.
Da hatte das schlechte Wetter einen Strich durch alle Planungen gemacht. ,,Bei dem
starken Regen können die Leute nicht ohne Gefahr mit elektrischen Geräten arbeiten",
erklärte Heinz Kunze, Umsiedlungs-Experte der Gemeinde.
Hans-Peter Reiser, Geschäftsführer von TKS Hückelhoven (Tief-Kanal- und Straßenbau): ,,Unser
Zeitplan hängt vom Künstler ab. Weil für die Verankerungen der Teile im Erdreich Pflaster
aufgenommen werden muss, haben wir noch nicht verfugt." Doch er nimmt es mit Gelassenheit -
obwohl auch sein eigener Straßenbau-Zeitplan für den neuen Ort mächtig unter Druck gerät.
Gelassenheit braucht Hans-Peter Reiser auch, um die Bronzeskulpturen unbeschadet aus den beiden
Lkw auszuladen.
Mit denen hatte der Künstler Rolf Kayser die ersten neun patentierten und mit Wachs überzogenen
Teile angeliefert. Die Gabeln des Radladers aber sind nicht speziell zur Verladung von bis zu einer
Tonne schwerer und voluminöser Bronzekuben gemacht. Es ist schon eine logistische Meisterleitung,
kombiniert mit viel Körperkraft, überhaupt das erste Teil abzuladen.
Wie es der Zufall will, ist es das stilisierte Abbild von Arnold Packbiers landwirtschaftlichem
Anwesen, das den alten Ort erst Ende 2009 verlassen wird. Was den Künstler und Bronzegießer Rolf
Kayser dazu veranlasst hat, sein Angebot trotz aller Materialteuerungen aufrecht zu halten?,,Es war
eine tolle Herausforderung für mich und es wird eine tolle Erinnerung für die Leute an ihren alten
Ort sein," sagt er.
Reizvolle optische Effekte
Sein Zeitplan sieht weitere Teillieferungen und einen Abschluss der Arbeiten in zwei bis drei Wochen
vor. Wenn dann die Bürger von Neu-Holz die Skulpturen als Sitzgelegenheit nutzen, während die
Kleinen darauf herum klettern, wird es laut Kayser bald reizvolle optische Effekte geben, wenn
Wachs und Patina punktuell dem glänzenden Bronzeschimmer weichen. Die Leute vom
Kapellenverein sehen es pragmatischer. Der Vereinsvorsitzende Heinz Mostert hofft: ,,Wenn
wenigstens der vordere Teil bis zur Fronleichnamsprozession fertig wäre, haben wir hier den zweiten
Altar."
[Quelle: Rheinische Post 18.04.2008]
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Das Bodenkunstwerk in Holz
Angestoßen durch den Stadtplaner führten die Bürger bereits in
den 90er Jahren eine Diskussion über einen Erinnerungsort an
das alte Dorf. Die Planer entwickelten verschiedene Vorschläge,
wobei sich jedoch sehr schnell die Idee herauskristallisierte, den
charakteristischen Grundriss eines Teiles der alten Hauptstraße in
eine Bodenstruktur künstlerisch umzusetzen.
Über die Art des dazu zu verwendenden Materials wurde lange
diskutiert, bis letztendlich die Umsetzung als Bronzekuben am 10.
Dezember 2003 durch den Bürgerbeirat Holz beschlossen
werden konnte. Der öffentliche Platz in der Mitte des neuen Ortes
war besonders geeignet, den Erinnerungsort aufzunehmen, weil
die Interessengemeinschaft Loreta-Kapelle beabsichtigte, auf
diesem Platz die Kapelle aus dem alten Ort in alter Form wieder
aufzubauen und gleichzeitig von den Bürgern gewünscht wurde,
auf diesem Platz auch das Ehrenmahl zu errichten. So führt jetzt die Straße des Bodenkunstwerkes zur wiedererrichteten Loreta-Kapelle in Südwest-Nordostrichtung, also genau in der Richtung
der alten Holzer Hauptstraße. Durch die Lage des
Bodenkunstwerkes wird gleichzeitig die Winkelverschiebung der
neuen Hauptstraße zur alten Hauptstraße deutlich. Durch eine
abstrakte Darstellung von Baukörpern entlang des alten
Straßenzuges im Maßstab 1:13 als Bronzekuben wird die alte
Dorfstruktur wieder aufgenommen und zum Erinnerungselement.
Durch die maßstabsgerechte Verkleinerung und Vereinfachung
des Dorfgrundrisses rückt die bauliche Struktur als Zitat in den
gedanklichen Mittelpunkt, ohne dass überflüssige Gestaltungsdetails
von der Grundidee ablenken. Das Nachdenken über das Dorf, die Umsiedlung, den alten Lebensort und die Zukunft der
Gemeinschaft wird angeregt, ohne in eine Nostalgie zu verfallen,
die der Situation nicht angemessen wäre. Die Vereinfachung und
Realisierung in zeitlosen Materialien verhindert gleichzeitig eine
nur rückwärts gewandte Betrachtung. Die Idee eines
Bodenkunstwerkes für das ,,hier und jetzt" rückt in den
Vordergrund und erlaubt eine spielerische Auseinandersetzung,
die für alle Bewohnergruppen einen besonderen Erlebniswert
haben wird.
Die plastische Ausformung des Straßenzuges erlaubt - über die
abstrakte Ebene hinaus - eine direkte Nutzung des Denkmals als
Sitzgelegenheit und Spielfläche und gewinnt somit eine weitere
Funktion hinzu. Die Plastik ragt durch die Wirkung von Licht und
Schatten als interessante Skulptur aus dem hellen umgebenden
Granitpflaster hervor, in welches die grüne Rasenfläche übergeht.
Der Zwischenraum im Bereich des Straßenzuges ist verfugt und
wird somit zur..Steinernen Straße".
[Quelle:]
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Viele Düsseldorfer haben schon Werke von Thomas Schütte gesehen, ohne es zu wissen
Große Geister und stählerne Frauen aus dem Hafen
Thomas Schütte, 1954 in Oldenburg geboren, lebt in Düsseldorf, wo er in den siebziger fahren als Schüler von Schwegler und Richter die Kunstakademie besuchte. Bald hat er wachsende nationale wie internationale Beachtung gewonnen. Zunächst wurde er mit Skulpturen berühmt, die wie Architekturmodelle auftraten. 2003 kam er auf dieses Thema zurück. In einer Gratwanderung zwischen unterschiedlichen Feldern hat er zuvor verschiedene Werkgruppen oft gleichzeitig entwickelt.
K21, die Kunstsammlung NRW im Ständehaus, zeigt vom 8. Mai bis 19. September unter dem Titel „Kreuzzug" einen vielfältigen Überblick zu Schüttes Schaffen aus den letzten sechs Jahren: monumentale Figuren, zarte Papierarbeiten, Keramiken und neue Architekturmodelle. Dazu gehören auch „Große Geister" ebenso wie riesige Frauenakte aus Stahlguss auf stählernen Gestellen. Mal blank poliert, mal rostig.
Aufmerksame Fußgänger und Radfahrer kennen manches Werk schon und durften das Wachsen der Ausstellung erleben, ohne Eintritt zu bezahlen. Wenn sie vom neuen Landtag aus am Fernmeldeturm vorbei über die schmale Brücke an den Rheinstrand kamen und dort den Blick mal nach links wendeten. Dort am Wendehammer an der Bremer Straße vor einer Kunstgießerei, wo einst sogar der Kaiser Wilhelm fürs Deutsche Eck in Koblenz neu erstanden ist, dort standen die teuren Kunstwerke im Freien, in Regen und Schnee, und wurden auch Fotos für den Kunstkatalog gemacht. Geklaut hat die Werke keiner: erstens, weil sie zu schwer und groß sind, um sie mal eben auf den Fahrradgepäckträger zu klemmen oder in den Autokofferraum zu packen, zweitens, weil ja auch keiner neben einem Lagerplatz rostiger Stahlrohre dort Kunst von Weltrang vermutet, drittens, weil die Nachbarschaft aufpasst.
Thomas Schütte, ein berühmter Künstler, der durchs K21 noch berühmter werden wird, ist mit keinem einzigen seiner Werke - und viele sind wetterfest - bislang dauerhaft im öffentlichen Raum in Düsseldorf vertreten. Es sei denn, man nimmt die vorläufige Lagerung im Hafen vor der Gießerei als öffentlichen Raum. Aber dauerhaft ist diese Präsentation nicht. Eine öffentliche Vorpremiere für die Schütte-Werk-schau im K21 aber schon. Danach sollten Düsseldorf und seine Mäzene sich schon ein Schütte-Werk für die eigene Schau sichern. Vielleicht für den Hofgarten oder den eigenen Hof oder Garten. Besser vorher als danach. Denn danach wird's vermutlich teurer sch-r
[Quelle: Das Tor 5/Mai 2004]
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Im Industriehafen: Ziseleur-Meister Rolf Kayser fertigt Skulpturen für bekannte Künstler
Wo auch Geister in Form kommen
Von DENIZ KARIUS und ANDREAS KREBS (Fotos)
Der Ofen bullert, Flammen sprühen. Schleif- und Schweißgeräusche erfüllen die Werkstatt an der Bremer Straße im Industriehafen und dringen bis nach draußen. "Wir heizen den Schmelzofen bis auf 1300 Grad an, nach zwei bis drei Stunden können wir gießen", erklärt Rolf Kayser. Der 42-jährige ist Metallbildner-, genauer gesagt Ziseleur-Meister. "Den Beruf gibt es schon so lange, wie es den Bronzeguss gibt", sagt er.
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[Quelle: 27. .2003]
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